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Feuerpoi von Lana Nariya
Das Spiel mit dem Feuer fasziniert seit jeher die Menschen. Auch uns Tänzerinnen hat das Feuer mehr und mehr in seinen Bann gezogen.
Ich selbst beschäftige mich seit 1998 mit dem Feuer. Damals begann ich mit Fackelswinging und verliebte mich sofort in die Figuren, die Bilder, die beim Kreisen und Schwingen entstehen und vor allen Dingen in das fauchende Geräusch, wenn sich das Feuer seinen Weg durch die Luft bahnt.
Der Weg zum Poi dauerte noch ein paar Jahre, denn obwohl Fackel- und Poiswinging miteinander verwandt sind, handelt es sich doch um eine grundsätzlich andere Technik.
Im Gegensatz zum Fackelswinging oder zum Spiel mit „normalen“ Poi oder Voi (hier sei nochmals darauf hingewiesen, dass der Plural von Poi sich nicht vom Singular unterscheidet) muss man die Feuerpoi permanent in Bewegung halten. Jeder Stopp kann zu Verbrennungen an Händen oder Kostüm führen.
Da in den beiden vorangegangenen Artikeln bereits Poi-Techniken beschrieben wurden, möchte ich den Schwerpunkt auf das Thema Feuer legen.
Ein Feuerpoi besteht aus drei Teilen: einer Griffschlaufe, einer Kette (die Größe der Kettenglieder variiert je nach Geschmack und Vorliebe) sowie dem Poi (Ball) an sich. Man kann sich seine Poi kaufen oder selbst basteln. Die Kette sollte aus geschweißten Gliedern bestehen und mit einem Drehwirbel am Griff befestigt werden. Ohne Wirbel verdreht sich die Kette und Glieder können sich öffnen. Das kann auch bei Schlüsselringen passieren. Man sollte aus diesem Grund vor jedem Gebrauch sorgfältig untersuchen, ob sich Teile lösen oder im Begriff sind, dies zu tun. Der Poi selbst besteht aus einem Dochtband (Kevlar) welches meist um einen Metallstift gewickelt und damit verschraubt ist. Es gilt: je länger das Dochtband, desto mehr Brennflüssigkeit kann es aufsaugen und desto länger brennt es.
Hört sich erst einmal gut an, man sollte aber nicht unterschätzen, wie schwer der getränkte und angezündete Poi sein wird!
Bevor man sich seine Feuerpoi anzündet, sollte man auf jeden Fall einige Basisbewegungen sicher beherrschen! Die ersten Feuerversuche sollten am Tage oder in der Dämmerung stattfinden, da man selber besser sieht, sich sicherer fühlt und seine Angst vor dem Feuer leichter überwinden kann.
Bin ich mir sicher, dass ich meine Poi mit Feuer spielen möchte, kaufe ich mir im nächsten Supermarkt eine Flasche Lampenöl, nehme ein altes Handtuch mit, ein leeres Schraubglas, ein paar Gummihandschuhe, ein Feuerzeug und gehe in den nächsten Park.
Die Haare bitte zusammenbinden und vielleicht sogar mit Wasser besprühen. Kleidung sollte aus Baumwolle sein, welche schwerer entflammbar ist als Synthetik. Tragt nicht unbedingt die besten Trainingssachen, da man beim Spiel mit dem Feuer selten sauber bleibt.
Das Lampenöl gieße ich in das leere Schraubglas, tränke die Poi darin, quetsche sie ein wenig aus (Gummihandschuhe) und suche mir einen freien Platz, wo ich die Poi ausschütteln bzw. –drehen kann. Dies ist notwendig, da beim Drehen überschüssiges Öl herausfliegen wird. Auf Asphalt kann man ganz gut sehen, wie sich durch das Ausschütteln eine Ölspur bildet. Es ist sehr wichtig, dass vor dem Anzünden ausgeschüttelt wird, da einem sonst die brennenden Tropfen um die Ohren fliegen.
Zum Üben ist Lampenöl auf jeden Fall die beste Flüssigkeit, da es billig und überall zu haben ist. Der Flammpunkt liegt bei ca. 55 - 100 °C, d. h. dass es erst bei dieser Temperatur brennt. Im Winter muss man die Poi also mit dem Feuerzeug ein wenig anheizen, im Sommer entzünden sie sich relativ schnell.
Der Flammpunkt sagt nicht nur aus, wie schnell sich eine Flüssigkeit entzünden lässt, sondern gibt auch Aufschluss über die Brenndauer. Benzin z. B. hat seinen Flammpunkt bei minus 20°C und verbrennt auch dementsprechend schnell. Fliegende Tropfen Benzin brennen zwar nicht, können sich jedoch auf der Kleidung wieder entzünden.
Der Vorteil von Lampenöl ist auch, dass langfristig vorgetränkt werden kann, denn es verdunstet nicht.
Ein Nachteil von Lampenöl ist der Rauch. Inzwischen gibt es spezielle Öle für Feuershows, die weniger rußen und daher geeigneter für Innenräume sind. Da aber alles, was brennt, auch Rauch produziert, wird man nie geruchsneutrale Feuershows machen können.
Für Indoor-Shows ist es daher wichtig, die Feuershow am Ende oder vor der Pause zu platzieren, damit die Zuschauer nicht so lange im Qualm sitzen müssen. Dies kommt vor allem auch den Acts zugute, die nach der Feuershow auf die Bühne müssten, denn trotz Ausschütteln tropft Öl und das birgt eine Rutschgefahr für jeden Performer.
Das Kostüm sollte nicht aus Synthetik bestehen und weder Fransen noch Schlitze haben, da an solchen „Ecken“ das Feuer leicht eine Angriffsfläche finden kann. Ich selbst habe ein Lederkostüm, Baumwolle eignet sich aber auch. Diese Sicherheitsvorkehrung halte ich für notwendig, da die Poi in Kreisen um meinen Körper schwingen und diesen auch mal treffen können.
Wer bereits mit Poi übt, der weiß, wie schnell das gehen kann!
Eine andere Gefahrenquelle ist, dass sich die (heißen) Ketten der Poi um den Unterarm wickeln können. Dies lässt sich nur durch langes Üben vermeiden. Hat man Angst davor, sollte man sich vielleicht Lederstulpen oder ähnliches anziehen.
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